Boches Lesetipps
Ein kleiner, ständig ergänzter Überblick über die Literatur, die mich beeinflusst und für die ich auch aus Überzeugung werben kann:
Besprochene Bücher:
"Ökonomie für den Menschen" / A. Sen ...lesen
"Warum ich kein Muslim bin" / Ibn Warraq ...lesen
"Wie man mit Fundamentalisten diskutiert..." / H. Schleichert ...lesen
"Atlas Shrugged: Wer ist John Galt?" / A. Rand ...lesen
"Plädoyer für Israel" / A.M. Dershowitz ...lesen
"Auf der Suche nach einer besseren Welt" / Karl R. Popper ...lesen
"Lolita lesen in Teheran" / Azar Nafisi ...lesen
"Der menschliche Makel" / Philip Roth ...lesen
"Das Ende der Armut" / J.D. Sachs ...lesen
"Die Bürokratie" / Ludwig von Mises ...lesen
"Amerika, dich haßt sich's besser" / Andrei S. Markovits ...lesen
"Djihad und Judenhaß" / Matthias Küntzel ...lesen
"LTI" / Victor Klemperer ...lesen
"Ökonomie für den Menschen"
von Amartya Sen
Ein am besten als linksliberal zu bezeichnendes Plädoyer des indischen Nobelpreisträgers für "westliche" Werte, Menschenrechte, Demokratie wie auch für die Marktwirtschaft - als verlässlichste Mittel gegen Armut und Hunger.
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"Warum ich kein Muslim bin"
von Ibn Warraq
Das Buch eines ehemaligen pakistanischen Koran-Schülers besticht durch die detailgenaue Analyse des Islam, seiner Geschichte, seiner aktuell vorherrschenden Auslegung und der Beziehung dieser Religion zu "westlichen" Werten und Menschenrechten.
Der Titel bezieht sich auf ein Buch von Bertrand Russell "Warum ich kein Christ bin".
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"Wie man mit Fundamentalisten diskutiert ohne den Verstand zu verlieren"
von Hubert Schleichert
Ein kleines, polemisches Buch des Philosophen Hubert Schleichert, in dem er auf unterhaltsame Weise fundamentalistische Argumentationsmuster aufdeckt und Gegenmittel anbietet.
Er beschränkt sich dabei zwar hauptsächlich auf das Christentum und dabei speziell auf die totalitäre Geschichte dieser Religion (dabei offenbart er eine besondere Liebe für Voltaire), seine Schlussfolgerungen können aber durchaus allgemeiner angewandt werden.
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"Atlas Shrugged: Wer ist John Galt?"
von Ayn Rand
Ein großes, spannendes und wichtiges Buch.
Über den Kapitalismus freier Unternehmer als notwendige Voraussetzung für allgemeinen Wohlstand und über den Untergang einer Gesellschaft, die auf Anspruchsdenken beruht. Dem Ideal der "sozialen Gerechtigkeit" wird hier das Recht jedes Individuums entgegengesetzt, für Geleistetes zu allererst Gegenwert zu verlangen.
Bezeichnend für die von Ayn Rand hier vertretene Philosophie:
Robin Hood wird als Inbegriff des Zerstörers genannt. Diese Sagengestalt, die von denen nimmt, die sich Eigentum erarbeitet haben, und es denen (bei Ayn Rand heißen sie Schmarotzer) gibt, die meinen, darauf ein Anrecht zu haben.
Das Buch ist in Form eines Romanes geschrieben. Allerdings dienen Figuren und Handlung vorrangig dazu, die philosophischen Ideen der Verfasserin darzustellen.
Und das gelingt, trotz einigem, wohl der Entstehungszeit geschuldeten Pathos, meiner Meinung nach sehr gut und überzeugend.
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"Plädoyer für Israel"
von Alan M. Dershowitz
Dieses Buch ist eine engagierte, wütende Anklage des US-amerikanischen Jura-Professors Alan. M. Dershowirtz
Punkt für Punkt geht Dershowitz auf die Vorwürfe ein, die Israel entgegengebracht werden.
Vorwürfe, die jeder von uns hören kann, wenn man nach Meinungen zum Nahost-Konflikt fragt.
Dershowitz hat die Vorgehensweise gewählt, die ihm als Jura-Professor vielleicht am besten liegt:
Wie vor einer Versammlung von Geschworenen tritt er als Verteidiger auf und zerpflückt ein Argument der Anklage nach dem anderen.
Dabei geht es ihm erklärtermaßen nicht um eine in erster Linie ausgewogene Darstellung. Sondern um die aus seiner Sicht
erst einmal wichtigste Frage:
Wie kommt es zu der unglaublichen Bigotterie, dass Israel bedrohter ist als viele andere Staaten der Welt, dass Israel
mehr als andere Staaten der Welt in ähnlicher Situation unternimmt, um Unschuldige zu schonen und dem Prinzip des
Rechtsstaates Geltung zu verschaffen, wie kommt es trotz dieser Umstände dazu, dass Israel vor allen anderen,
tatsächlichen Verbrecherstaaten immer wieder am Pranger der Weltöchentlichkeit steht?
Nebenbei habe ich viel über den Nahost-Konflikt und seine Geschichte erfahren, das ich bisher nicht wusste.
Manches werde ich versuchen, nie wieder zu vergessen. Zum Beispiel, dass al-Husseini, der noch heute gefeierte Mufti
von Jerusalem (das weltliche und religiöse Oberhaupt der Palästinenser in den 30er Jahren) in Hitlers Berlin
Zuflucht fand und dort dessen Berater für die "Judenfrage" war.
Nach dem Lesen dieses Buches wird mancher Irrsinn heutiger Tage verständlicher. Und die lähmende Position
"Alle beide Seiten haben Schuld." wird aufgelöst in klarere Gedanken.
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"Auf der Suche nach einer besseren Welt"
von Karl R. Popper
Positivist, Popperist - Begriffe, die mir immer wieder über den Weg gelaufen sind.
Dieses Buch nun hat mir endlich einen Einblick in die Philosophie Karl Poppers verschafft.
Kennengelernt habe ich einen Philosophen, der Klarheit, Humor und einen bewundernswerten Glauben an die menschliche Vernunft besaß.
Der Grund, auf dem er überzeugend aufbaute, um Werte wie Toleranz und Freiheit aufbaut, ist die schlichte Erkenntnis, dass wir alle nur Annäherungen an die Wahrheit versuchen können.
Und damit diese Annäherung gelingt, braucht es den kritischen aber offenen Austausch aller vernünftigen, an der Wahrheit interessierten Menschen.
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"Lolita lesen in Teheran"
von Azar Nafisi
Ein sehr menschliches, warmherziges Buch einer iranischen Frau. Einer Professorin, die ihre Liebe zur Literatur an ihre Studentinnen weitergibt.
Sie erkennen gemeinsam, welche Kraft in großer Literatur steckt, welches Glück man ihr verdanken kann, aber auch,
welche Provokation für Diktatoren in scheinbar unpolitischen Werken steckt.
Das Buch verschafft auch einen lebendigen Eindruck des Lebens im heutigen Iran. Wie lebt man als normaler Mensch, als junges Mädchen, als Professorin oder als Familie in einer totalitären Diktatur? Nafisi gibt lebensnahe und nachfühlbare Antwort darauf.
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"Der menschliche Makel"
von Philip Roth
Ein großartiges Buch über einen Individualisten, der bis an die Grenze individueller Freiheit geht: Er konstruiert sich sein Ich neu.
...und hat mit den Folgen zu leben.
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"Das Ende der Armut"
von Jeffrey Sachs
Der amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs legt in diesem Buch dar, was aus seiner Sicht getan werden müsste, um die extreme Armut bis 2015 zu beseitigen.
Das Wunderbare an seinen Ausführungen: Sein ökonomischer Sachverstand, seine Erfahrungen mit Ländern in wirtschaftlich prekären Situationen und seine lebendige, engagierte Sprache lassen dieses illusorisch klingende Ziel erreichbar erscheinen.
Sachs widerspricht gängigen Vorurteilen über die Sinn- oder Hoffnungslosigkeit von Entwicklungshilfe. Er schreibt von der Hoffnung auf Teilhabe am Wohlstand, die das Phänomen der Globalisierung gerade den Armen dieser Welt bietet, weist aber auch darauf hin, dass wirtschaftliche Liberalisierung allein keinen Ausweg aus der Armutsfalle darstellt.
Kurzum: Sachs fordert nicht weniger als einen Marshall-Plan für die heute noch Hungernden und von Seuchen Heimgesuchten.
Das Buch ist auch für ökonomische Laien (wie mich) gut lesbar. Und das wegen der Anschaulichkeit, mit der Sachs seine Thesen vertritt, sogar mit Genuss!
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"Die Bürokratie"
von Ludwig von Mises
Ein schmales Büchlein aus der Vergangenheit - mit erstaunlicher Aktualität und überzeugndem Inhalt!
Von Mises beschreibt die Natur der Bürokratie, setzt ihr den logischen Widersacher, nämlich das privatwirtschaftliche Handeln
gegenüber und zeigt auf, wo Bürokratie unvermeidlich ist und wo sie unnötige, wohlstandsmindernde Folge
sozialistischer Politik ist.
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"Amerika, dich haßt sich's besser"
von Andrei S. Markovits
Das Buch stellt eine hervorragende Faktensammlung über den (vor allem) europäischen Antiamerikanismus dar.
Markovits, ein sich selbst deutlich "links" verstehender Amerikaner, führt an konkreten Beispielen vor, wie der
antiamerikanische Reflex in unserem Denken verankert ist.
Ein historischer Rückblick zeigt die möglichen Motive und Ursachen für dieses Ressentiment auf.
Leider empfand ich die Struktur des Buches wenig nachvollziehbar. Zwischen den (lesenswerten) Fakten wird hin und her gesprungen,
einen roten Faden konnte ich in der Argumentation nur schwer ausmachen.
Das letzte Kapitel ist laut Titelinformation in Zusammenarbeit "mit Lars Rensmann" entstanden. Diese Zusammenarbeit schien darin
bestanden zu haben, diesem Herrn Rensmann die Formulierung des Artikels zu überlassen. Eine unglückliche Entscheidung - sprachlich
verfällt dieser Artikel in eine leserunfreundliche akademisierende Soziologen-Sprache (während Markovits bzw. dessen Übersetzer
sonst gut verständlich schreibt).
Alles in allem ist das Buch aber dank seiner Faktenfülle jedem am Thema Antiamerikanismus Interessierten durchaus zu empfehlen.
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"Djihad und Judenhaß"
von Matthias Küntzel
Ein unverzichtbares Buch für alle, die die ideologischen und
historischen Grundlagen des Islamismus kennenlernen wollen.
Was in europäischen Diskussionen praktisch nicht erwähnt
wird, kann man hier nachlesen, belegt durch eine
umfangreiche Quellensammlung:
Die enge und für die weitere Entwicklung bis zur heutigen Zeit
entscheidende Verbindung zwischen Nationalsozialismus und
arabischen, speziell palästinensischem Islamismus;
der Terror in den eigenen Reihen; der Irrtum einer angeblich
"emanzipatorischen" Natur des islamistischen Antikapitalismus u.v.m.
Gleichzeitig werden die heutigen Strukturen unter die Lupe genommen und
deren offen antisemitischen Programme dargestellt.
Dieses Buch ist ein Muss! Selbst der durchschimmernde eigene
Antikapitalismus des Autors (der ihn zu merkwürdigen sprachlichen
Verrenkungen verleitet - so sind die Islamisten nicht antikapitalistisch
sondern "antikapitalistisch" und die Alternative scheint ein ungenannter
dritter Weg zu sein) tut daran keinen Abbruch.
Lesen!
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"LTI"
von Victor Klemperer
Sprache ist Waffe. Dieser Spruch stammt, wenn ich mich recht
erinnere, von Tucholsky. Viktor Klemperer zeigt in diesem
Buch, wie die deutsche Sprache zur Waffe der Nazis wird.
Feinsinnig und sensibel für untergründig mitschwingende
Bedeutungen schafft es Klemperer, die erschreckend tiefe
Verwurzelung der Nazi-Ideologie in deutschen Köpfen
aufzuzeigen.
Außerdem bietet die Lektüre einen erschreckenden Einblick
in die Unmenschlichkeit des nationalsozialistischen Alltags.
Leider habe ich das Buch nicht zu DDR-Zeiten gelesen.
Es wäre damals ein Vergnügen gewesen, dank des Buches
die Parallelen sozialistischer Sprachverzerrung zu den
nationalsozialistischen Vorgängern zu analysieren.
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