DW: Die Juden sind schuld.
Man mag ja über den genauen Verlauf des Sicherheitszaunes zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten streiten. Das tut auch das Oberste Gericht Israels.
Die Deutsche Welle geht aber an das Thema mal wieder in einer Einseitigkeit heran, dass kein Halten mehr ist. Die Fabel von den friedlichen Palästinensern, dem untergründig mitschwingenden Unverständnis, warum Israel einen Zaun überhaupt brauchen könnte und all den anderen modernen, in Europa beliebten Sagen gipfelt im kaum noch verhehlten Antisemitismus einer Berliner Professorin:
“Wir haben es hier mit einem dauerhaften Krieg zu tun, einer hochmodernen, bestens ausgerüsteten Armee und einer Bevölkerung ohne Staat, ohne Militärgewalt. Diese Asymmetrie ist so groß, dass ich einfach nicht verstehe, dass sie nicht gesehen wird.” Diese Gewalt aber, so Reisin, wende sich nicht nur gegen die Palästinenser. Sie mache auch den Juden in Israel das Leben zur Hölle. Denn sie zwinge sie, in beständiger Furcht vor der Rache und dem Zorn der Palästinenser zu leben.
Die Juden als Quelle der Gewalt und als Verantwortliche für Gewalt gegen die Juden. Antisemitisch-faschistische Hassideologie vom Schlage Hamas und Islamischer Djihad wird als “Zorn der Palästinenser” umgedeutelt und gerechtfertigt.
Aber die Partnerschaft zwischen Arabern und Deutschen bewährt sich eben schon seit Hitlers Zeiten und noch länger. Wieso sollte sich der dahinter stehende Geist geändert haben?

> einer Berliner Professorin …
Wieso überrascht es so überhaupt nicht, daß diese Spinnerin von Steuergeldern lebt?
Kommentar von Ralf Arnemann — 28.02.2006 @ 11:16 (UTC)
Aus dem Zusammenhang des verlinkten Beitrags ergibt sich, dass die zitierte Professorin selbst Jüdin ist.
Nun wird ja gerade zum ersten Mal von deutschen Gerichten die Frage geklärt, ob auch Juden Antisemiten sein können. Wenn überhaupt, so ist dies m.E. nur möglich, wenn sie sich fortgesetzt typisch antisemitischer Klischees und Formulierungen bedient. Ob dies die Professorin fortgesetzt tut, können wir dem Artikel nicht entnehmen. Aus dem Wortlaut kann ich jedenfalls auch keine Argumentation entnehmen, die sich antisemitisch nennen ließe. Die Frau ist halt eine gegen die Politik der israelischen Regierung eingestellte Jüdin, na und?
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass eine Softwareentwicklerin in ihrer Freizeit machen darf, was sie will, unabhängig davon ob sie vom Staat bezahlt wird oder nicht.
Bleibt noch die ARD-Berichterstattung über die palästinensischen Autonomiegebiete an sich. Auch wenn es richtig ist, dass die ARD Palästinenser und Palästinenserinnen fast ausnahmslos als Opfer darstellt - und wenn als Täter, dann immer mit umfangreicher Rechtfertigung oder Entschuldigung. Andererseits berichtet Frau Marx in ihren Reportagen durchaus auch über israelische Terroropfer. Und an ihrer Darstellung der tagesaktuellen Ereignisse habe ich nicht das geringste auszusetzen; dort lässt sie beide Seiten ausreichend zu Wort kommen und nicht keine Wertung vor.
Kommentar von Marian Wirth — 28.02.2006 @ 13:41 (UTC)
Es braucht m.E. keine Gerichtsentscheidungen, um Wertungen wie die, Aussagen antisemitisch zu nennen, vornehmen zu können.
Und ich halte auch Juden für nicht gefeit davor, die gegen sie gerichteten stereotypen Denkmuster zu übernehmen.
Vielleicht muss ich meinen Artikel insofern korrigieren, dass der Eindruck beseitigt wird, ich bezeichnete die besagte Professorin als Antisemitin. Denn tatsächlich weiß ich nichts über ihre üblichen politischen Ansichten.
Ihre konkrete und hier zitierte Aussage selbst halte ich aber für mehr als nur regierungskritisch. Denn sie spricht nicht von der konkreten Regierung, sie stellt eine generelle Einseitigkeit dar:
Hier die brutale militärische Großmacht, dort die hilflosen Opfer. Hier die Täter (Juden), dort die Opfer (Araber und indirekt - ein besonders perfider Vorwurf: Juden).
Nun ist sicher nicht jede Einseitigkeit gleich ein -ismus. Wenn aber die Realität derart konsequent umgebogen wird, wenn Täter zu Opfer werden, und wenn (was hier allerdings tatsächlich nicht nachzuweisen ist) diese Einseitigkeit speziell und praktisch ausschließlich im Nahostkonflikt und gegen Israel in Stellung gebracht wird - dann sehe ich starke Indizien für antisemitische Denkweisen.
Von Frau Marx habe ich sonst noch nichts gelesen, zumindest nicht bewusst. Den hier zitierten Artikel finde ich aber mehr als tendenziös. Und dies sehe ich bei der Deutschen Welle (ist das denn dasselbe wie ARD?) leider inzwischen als sichtbar verbreiteten Stil an.
Kommentar von Boche — 28.02.2006 @ 14:01 (UTC)
Von Frau Marx wirst du auch nichts lesen können außer den Manuskripten ihrer Hörfunkbeiträge, die in allen ARD-Anstalten Verwendung finden.
Mehr Infos über das ARD-Studio Tel Aviv findest du hier:
http://original.www.ndrinfo.de/…
Der zweite Google-Treffer zu Bettina Marx ist übrigens zur Zeit ein Blogeintrag von Davids Medienkritik, in dem Ray D. einen Beitrag von Bettina Marx aus dem Jahr 2003 verreißt und ihr vorwirft, dass sich so etwas Anti-Semitisches sonst nur noch in der arabischen Presse finden lasse.
Also: Wenn Davids Medienkritik innerhalb der letzten drei Jahre nur einen Beitrag von ihr kritisiert - dann beweist das doch schlagend, dass sie keine Antisemitin ist
.
Kommentar von Marian Wirth — 28.02.2006 @ 14:12 (UTC)
P.S.:
Ja, klar gehört die Deutsche Welle zur ARD.
Kommentar von Marian Wirth — 28.02.2006 @ 14:13 (UTC)
Danke für die Infos!
Also: Wenn Davids Medienkritik innerhalb der letzten drei Jahre nur einen Beitrag von ihr kritisiert - dann beweist das doch schlagend, dass sie keine Antisemitin ist
Oder, dass sie sich gut versteckt hält.
Kommentar von Boche — 28.02.2006 @ 14:23 (UTC)
> Aus dem Zusammenhang des verlinkten Beitrags ergibt sich,
> dass die zitierte Professorin selbst Jüdin ist.
Das ist völlig irrelevant.
> Im übrigen bin ich der Ansicht, dass eine
> Softwareentwicklerin in ihrer Freizeit machen darf,
> was sie will, …
Was nun? Professorin oder Software-Entwicklerin?
Kommentar von Ralf Arnemann — 28.02.2006 @ 15:55 (UTC)