Ökonomisches Gebrabbel
Wenn Linke nicht dumm erscheinen wollen, schreiben sie nicht in der “jungen welt” sondern in der taz.
Das schützt sie leider nicht davor, inhaltlich unreflektierte Standardfloskeln zu verwenden, wenn es um wirtschaftliche Belange geht. Diese Floskeln werden von ihren Lesern erwartet, inhaltlich sicher auch nicht verstanden aber dafür bestimmt “erfühlt”. Und Gefühle verbinden schließlich. Kundenbindung und so…
Wenn der Hühnerfleischabsatz sinkt, fällt mit ihm auch der Preis. McDonald’s neuestes “Ein mal eins”-Menü bietet “Hühnchenburger” mit Chilisoße für 1 Euro. Das Angebot schlägt blendend ein. Fällt der Hühnerfleisch-Rohstoffpreis, dann steigt auch die Gewinnspanne für die Produzenten.
Quelle: (1)
Der Autor bleibt den Nachweis schuldig, dass der Gewinn (”Gewinnspanne” halte ich für einen weißen Schimmel) gestiegen ist. Denn beobachtbar und auch zunächst berichtet ist ja eigentlich nur, dass bei sinkendem Einkaufspreis des Rohstoffs der Produktpreis gefallen ist. Und das ist ja nun eigentlich nichts Schlimmes und sozial voll gerecht und so.
Aber wahrscheinlich lief in des Autors Kopf die linke Standardlogik ab:
Böser amerikanischer Konzern verkauft mehr - böser amerikanischer Konzern macht mehr Gewinn.
Für ökonomische Grundregeln ist in diesem Konstrukt, dessen Empörungspotential sich wohl nur erfühlen lässt, kein Platz.
————————————————————————–
(1)

Und es betrifft offenbar nicht nur Chicken, sondern auch andere Produkte:
http://www.mcdonalds.de/html/products/1x1_2/start.html
Disclaimer: ich habe mich einfach in der “HTML”-Version der McDonald’s-Seite durchgeklickt, ich kenne solches Essen nicht!
Der taz-Artikel heißt “Symbolische Ersatzhandlung”. Na ja. Passt doch auf den Artikel …
Kommentar von stefanolix — 27.02.2006 @ 15:18 (UTC)
“…ich kenne solches Essen nicht!”
Ich sach immer: Wenn die Brötchen nicht so labbrich wären, dann wäre das richtig lecker.
Kommentar von Boche — 27.02.2006 @ 15:22 (UTC)
Geh mal in einen guten Pub. Manchmal bieten sie dort ‘homemade burger’ an. Mit Salat, Pommes, Sauce und natürlich auf einem richtigen Teller und mit Besteck. Dazu ein schwarzes Bier. Wenn Du mal einen richtig guten ‘homemade burger’ gegessen hast, gehst Du nie wieder zu McDonald’s
Kommentar von stefanolix — 27.02.2006 @ 15:46 (UTC)
Jaja, die BZ (Berlin) hat mal Busse mit der Losung “Fühlen was geschieht” bemalt - das Denken schien sie ihrem Publikum nicht mehr zutrauen zu wollen…
Kommentar von spruance — 27.02.2006 @ 15:48 (UTC)
Einen guten Pub?
Das kann nur ein Städter einem Landbewohner empfehlen… Da wo ich wohne, gibt es entweder McDonald oder das “Deutsche Haus” mit Schnitzelparade und Eisbein an Erbspürrée.
;-)
Kommentar von Boche — 27.02.2006 @ 15:50 (UTC)
Aua
Aber der taz-Kommentator hat dann wirklich nicht sehr gut recherchiert: eine ganz normale Werbeaktion, in der zufällig ein Chicken-Gericht vorkommt, dürfte dem Zweck des Kommentars nicht mehr ganz dienen …
Kommentar von stefanolix — 27.02.2006 @ 20:49 (UTC)