Neues von Kalle, dem Selbstgerechten
Da beschließt die Regierung Maßnahmen, die dazu führen können, dass Ärzte für das Verordnen von Medikamenten finanzielle Einbußen erleiden. Bei Überschreitung von Budgets besteht dieses Risiko jetzt schon, nun soll das auch gelten, wenn der Arzt ein nicht gewünschtes, weil “zu teures” Medikament verschreibt.
Begründung lt. Kalle:
Die Ärzte ließen sich von Pharmafirmen missbrauchen. Durch das neue Gesetz werde der einzelne Arzt dazu angehalten, die Verschreibung von Medikamenten teurer Firmen zu unterlassen.
Kalle unterstellt den Ärzten also, sie seien korrupt. Lassen wir mal dahingestellt sein, ob dies der Fall ist - dieses System, das Kalle so liebt und wie einen Hayek-Musterfall nur noch mehr mit Überwachungsinstrumenten überziehen will, bietet allemal Anreize dafür. Aber wenn die Ärzte dann die Konsequenzen ziehen und gar nichts mehr verschreiben wollen, ist das auch nicht recht.
In die Entscheidungen und finanzielle Situation des Arztes wird also munter hineinregiert, und man beschimpft ihn offiziell als unehrlichen Abzocker. Die Begründung dafür, dass er sich das alles auch gegen eigene Überzeugung gefallen lassen muss, liefert dann seine Verantwortung gegenüber dem Patienten. Wortwörtlich aus dem Gesundheistministerium:
Wer seine Verantwortung als Arzt nicht übernehmen wolle, könne ja seine Zulassung zurückgeben.
Mehr Zynismus geht nicht. Dieselben Leute werden jungen Medizinern bald vorhalten, sie ergriffen nur aus schnödem Geldinteresse andere Berufe und die Einführung staatlichen Frondienstes für Medizinabsolventen erwägen. Wegen ihrer Verantwortung für die Patienten natürlich.
Nicht, dass mir Ärzte per se sonderlich sympathisch wären, aber dieses ganze Vorgehen ist eine Farce. Wenn Kalle einen staatlichen Gesundheitsdienst mit angestellten Ärzten haben will, soll er das sagen. Aber die ließen sich nicht so leicht mit dem Neid der Bevölkerung im Rücken ausbeuten.

Ein GesundheitsÖKONOM ist Kalle jedenfalls nicht. Ein solcher verstünde jedenfalls die Anreizwirkungen, die von Strafen ausgehen.
Kommentar von Dirk — 27.02.2006 @ 22:11 (UTC)
Ist er nicht, sondern ein Arzt mit Postgraduate-Management-Studium. Wenn der Ökonom ist, gilt das für jeden Dipl.-Kfm. (FH) in Deutschland genau so.
Naive Menschen wie du und ich würden etwas VWL-Kenntnis voraussetzen.
Kommentar von Rayson — 27.02.2006 @ 22:23 (UTC)