Helau und Alaaf
Ich gebe es zu: Ich verbinde mit der deutschen Fröhlichkeit, die zu Karneval, Fasching oder wie man diese organisierte Form der Lustischkeit sonst so nennt, rein gar nichts. Und das, obwohl meine Liebste und einige Verwandte aus Gegenden kommen, wo das einfach dazugehört. Aber ich kann nicht aus meiner niedersächsischen Haut.
Daher möchte ich auch den Erfindern der “Blog Carnivals” zu ihrer Namensgebung gratulieren, denn sie entspricht der Ähnlichkeit meiner Reaktionen.
Jemand ruft ein Thema aus, und zu dem soll ich dann was schreiben? Ok, es winken Rum und Ähre, und wer als Blogger was auf seine Besucherzahl hält, dem wird das Anreiz genug sein. Aber ich will nun mal ums Verrecken nur über die Dinge schreiben, die mich gerade beschäftigen, so wie ich nur dann lache, wenn ich etwas lustig finde. Diese Aufrufe zum gemeinsamen Handeln - irgendwie gehört deren Abwehr zu dem, was mich irgendwann hat zum Liberalen werden lassen.
Die konkreten Anlässe sind noch nicht einmal angetan, die generelle Abneigung zu mildern. Nicht nur, dass mir nahe gelegt wird, mich in einer Sprache zu äußern, in der ich mich stilistisch maximal auf Hauptschulniveau bewege, es wird mir auch ein Thema angeboten, das ich mir flacher nicht vorstellen könnte. Die aktuellen deutsch-amerikanischen Beziehungen halte ich für in etwa so interessant wie die Arbeitslosenzahlen vom nächsten Monat - operative Hektik ersetzt allemal geistige Windstille.
Eine der Deutungen des Begriffs “Karneval” beruft sich auf den lateinischen Ausdruck “carne vale” als Abschiedsruf “Fleisch lebe wohl”. Ohne Fleisch - das trifft es.

Quelle
Englisch oder deutsch ! Falls du eine von diesen Sprachen stilistisch beherrschst
Kommentar von Klaus — 25.02.2006 @ 23:03 (UTC)
“Nahe gelegt”, Klaus, ist etwas anderes als “zwingend vorgeschrieben”. Lass uns den Deutschindikator einführen als Summe von in Deutsch geschriebenen US-Beiträgen abzüglich der Summe in Englisch geschriebener Beiträge deutscher Blogs. Erst, wenn der nahe Null liegt oder gar darüber, nehme ich meine Behauptung zurück.
Kommentar von Rayson — 25.02.2006 @ 23:13 (UTC)
Aus dem oben zitierten Text kann ich kein Indiz dafür finden, dass die englische Sprache “nahe gelegt” wird. Im Gegenteil. Mann, die Flinte ins Korn werfen bevor der Krieg angefangen hat. Reiner Defätismus
Aber das habe ich schon kennengelernt als ich bei HP in der Produktion gearbeitet hatte. Dort hieß es auch: wenn 10 deutsche HPler miteinander sprechen, wird deutsch gesprochen. Kommt ein Ami dazu, wird englisch gesprochen. Und die waren auch noch stolz darauf.
Kommentar von Klaus — 25.02.2006 @ 23:26 (UTC)
Und das die Arbeitslosenzahlen vom nächsten Monat in der nächsten Zeit so ein langweiliges Thema bleiben, dem widerspricht so ein Professor aus München.
Kommentar von Klaus — 25.02.2006 @ 23:44 (UTC)
Wenn schon, dann das Institut, dessen Chef er ist. Und es bleibt für mich uninteressant. Bin ja kein Politiker, der das Arbeitslosigkeitsproblem als gelöst betrachtet, wenn es statt 5 “nur noch” 4 Millionen sein sollten…
Kommentar von Rayson — 26.02.2006 @ 10:29 (UTC)
Wie in der Schule
Aufstze schreiben war noch nie mein Ding. In der Schule habe ich mich immer gewundert, wie es meine Mitschler schaffen sechs bis acht Seiten zu schreiben zu einem vom Lehrer vorgegebenen Thema. Jetzt kommen Statler und Waldorf und wollen ihre Blogger…
Kommentar von There's Plenty of Room at the Bottom. — 26.02.2006 @ 11:54 (UTC)
Irgendwie typisch für Niedersachsen. Ich kannte mal einen (aus Hannover), der kam an Weiberfastnacht nach Köln und wollte Mädels aufreissen. Das hat nicht geklappt. Seitdem ist Karneval für ihn gestorben. Entschuldige mich vorsorglich für meinen Kommentar. Ist ja im Moment in.
Kommentar von apollon — 26.02.2006 @ 23:41 (UTC)
Der hatte eben eine sehr nutzenorientierte Einstellung. Als der Nutzen ausblieb, war der Rest nichts mehr wert.
Aber verzweifelt muss der Mann ja gewesen sein…
Kommentar von Rayson — 26.02.2006 @ 23:52 (UTC)
War er, der Doofkopp. Man sollte sich immer auf eigene Stärken besinnen und nicht auf die Hilfe des Alkohols hoffen… sagt Horst, seit (fast) 30 Jahren verheiratet.
Kommentar von apollon — 26.02.2006 @ 23:56 (UTC)