B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade

22.02.2006

Verständnisproblem

Abgelegt in: Politik

So ganz verstehe ich es nicht, aber ich bin natürlich ein ökonomischer Laie:

Der großkoalitionär regierte Staat macht mehr Schulden, gibt mehr aus und nimmt uns auch noch mehr Geld weg - und trotzdem nennt er das dahinter stehende Prinzip “Sparsamkeit”?
Nebenbei bricht man mir nichts, dir nichts zum fünften Mal das Grundgesetz und legt einen Haushalt vor, bei dem die Schulden die Investitionen übersteigen.

Mir als Laien stellt sich da die einfache Frage:
Möchten uns die Damen und Herren Sozialdemokraten von SPD und Union veralbern?

Ich habe eher den Verdacht, sie sind freche Realisten. Sie wissen, dass sie wirtschaften können, wie ein drogenabhängiger Schuldenmacher - und die Deutschen werden sie trotzdem wählen. Weil Frau Merkel so sympathisch ist, Herr Müntefering so urig wirkt und Herr Platzeck so nett erscheint.

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Eine Quelle: Erster Haushalt der großen Koalition im Kabinett (Welt)
Und auch dort scheint man der Verdummung anheim gefallen zu sein und nennt das Beschlossene offensichtlich völlig ironiefrei “Sparpaket”.

8 Meinungen »

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  1. Man ist sparsam mit Reformen … ;)

    Kommentar von VolkerD — 22.02.2006 @ 14:28 (UTC)

  2. Ah, das kann natürlich eine Erklärung sein…

    Kommentar von Boche — 22.02.2006 @ 14:33 (UTC)

  3. Es ist dem Untertan untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen!

    Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg

    Kommentar von Olaf Petersen — 22.02.2006 @ 14:35 (UTC)

  4. Naja, wenn man es schafft, da Erheben von bisher nicht erhobenen Steuern als Subventionskürzung auszugeben, dann ist man schon weit über das Nullwachstum der Siebziger Jahre hinaus!

    Kommentar von spruance — 22.02.2006 @ 15:49 (UTC)

  5. Boche,

    anhand der Verwendung des Verbs “sparen” zeigt sich nur die Modernität der Bundesregierung! Ich habe gerade heute einen Brief des Fitness-Studios bekommen, in dem ich ‘mal Mitglied war. In diesem Brief wurde mir mitgeteilt, dass ich bis zu 461,20 Euro sparen könne, wenn ich wieder Mitglied werde.

    Kurzum, die Bundesregierung verwendet modernes Marketing-Deutsch! Jawoll! “sparen” bedeutet demnach, dass der tatsächliche Betrag niedriger ist als der höchstmögliche. Und Du willst doch wohl nicht bestreiten, dass alle drei von Dir genannten Beträge auch noch höher sein könnten, oder? ;-)

    (Zum Beispiel, wenn der Bundesverteidigungshaushalt so ausgestattet würde, dass die Bundeswehr nicht mehr bei allen Einsätzen, die über das Einsammeln toter Vögel im Inland hinaus geht, an ihre Leistungsgrenze stößt)

    Kommentar von Marian Wirth — 22.02.2006 @ 17:18 (UTC)

  6. Marian, das klingt schlüssig. ;-)

    Kommentar von Boche — 22.02.2006 @ 20:36 (UTC)

  7. Richtig schön war Steinmeiers Behauptung, dieser Haushalt wäre “der Einstieg in die Konsolidierung”.
    Wo doch sein Parteifreund Eichel angeblich schon über Jahre hinweg erfolgreich konsolidiert hat - so jedenfalls die offizielle Regierungslinie.

    Interessant mal wieder, wie der Abbau von Steuersubventionen (d.h. real die Erhöhung von Steuern) als “Sparmaßnahme” verkauft wird.
    Und wie das von den Medien auch gewohnt unkritisch wiedergegeben wird.

    Kommentar von Ralf Arnemann — 24.02.2006 @ 10:31 (UTC)

  8. Neenee, Ralf, so einfach würde ich es mir nicht machen. Dass der Abbau von Steuersubventionen dieselbe Wirkung wie Steuererhöhungen hätte, lasse ich nur noch Vulgär-Keynesianern durchgehen. Wer aber nur einen Hauch Mikroökonomie-Verständnis hat, wird das ganz anders sehen.

    Kommentar von Rayson — 24.02.2006 @ 18:22 (UTC)

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