Du kaufst mir jetzt das Ölfass ab, sonst…
Der “Spiegel” ist immer wieder für eine Überraschung gut. Die Wahrnehmung der SPONtis und deren ökonomischer Verstand scheint jedenfalls nicht von der Welt zu sein, in der ich mich befinde.
Was ist passiert?
Bush (und hier fallen wahrscheinlich mit Knall und Peng schon die ideologischen Scheuklappen vor SPON-Schreiberhirne) hatte verkündet, dass Amerika unabhängiger von eingekauftem Öl werden und mehr auf regenerative Energien setzen solle.
Bei den Grünen heißt das “Weg vom Öl!”, bei den SPON-Schreibern “Bushs Öl-Drohung“. Aber Bush ist ja auch der Böse und von dem kann politisch Korrektes nur in Form einer Drohung auftreten. Schon klar.
Spaßig wird es auch, wenn SPON versucht, gegen diese unglaubliche Drohung des bösen Bush ökonomische Argumente ins Feld zu führen.
Gut, man kann sich auf die erschreckten Reaktionen der (”bedrohten”) Öl-Exporteure berufen. Die meinen nämlich trotzig, dass sie dann auch nicht mehr in die Erschließung investieren, ätsch!
Die Schlussfolgerung, dass deshalb der Ölpreis steigen würde, ist allerdings von komischer Logik. Am Markt ist es nämlich recht unüblich, dass es sich jemand, der sein Zeug nicht mehr los wird, erlauben kann, den Preis zu erhöhen. “Was? Meine Fernsehgeräte gefallen dir nicht mehr? Dann mache ich sie eben doppelt so teuer!”
Aber Logik setzt wohl gern mal aus, wenn man seinen Artikel mit dem Bildnis des Gottseibeiuns des links-dummen Mainstreams zieren kann.

Es ist schon ein echtes Ägernis mit diesen Imperialisten:
Erst beuten sie ohne Rücksicht auf andere Länder die Rohstoffvorräte dieser Welt rücksichtslos aus, und dann drohen sie plötzlich, das nicht mehr zu tun. Der kann doch nicht einfach den Feinden des Westens das “Argument” wegnehmen wollen, die USA täten das, was sie tun, nur “wegen dem Öl.”
Verwerflich!
Kommentar von Rayson — 2.02.2006 @ 11:14 (UTC)
Irgendwie kann ich mich weder mit dem Unfug bei SPON noch mit Deiner Erwiderung darauf anfreunden.
Bush kündigt an, künftig erheblich weniger Öl nachfragen zu wollen. So weit so gut. Das SPON aus einer Aussage, die bei jedem anderen Politiker als Bush lautstark bejubelt würde, eine Drohung macht, ist in der Tat bestenfalls ein schlechter Witz.
Nun kommt die Reaktion der Opec-Staaten: Wenn ihr unser Öl nicht mehr kauft, verknappen wir das Angebot (nichts anderes bedeutet eine Kürzung oder ein Stop der Investitionen in Erschließungstechnik). Daraus zu schließen, daß ein verknapptes Angebot den Preis steigen läßt ist falsch - weil eben auf der anderen Seite ein Nachfragerückgang steht. Das Gegenteil zu behaupten passt aber auch nicht, weil derzeit nicht absehbar ist, welcher Effekt stärker preiswirksam sein wird.
Interessant ist aber etwas völlig anderes: Sollten die Opec-Staaten tatsächlich genauso reagieren wie hier geäußert, trifft das vor allem Konzerne, denen man immer wieder eine besondere Nähe zum Bush-Clan nachsagt und die angeblich so sehr von diesem gehätschelt werden. Anbieter von Öl-Explorationstechnologie wie Halliburton oder Schlumberger würden darunter leiden.
Daß SPON dazu nichts schreibt, ist auch eine Aussage.
Kommentar von Andreas — 2.02.2006 @ 11:16 (UTC)
@Andreas
Daraus zu schließen, daß ein verknapptes Angebot den Preis steigen läßt ist falsch - weil eben auf der anderen Seite ein Nachfragerückgang steht. Das Gegenteil zu behaupten passt aber auch nicht, weil derzeit nicht absehbar ist, welcher Effekt stärker preiswirksam sein wird.
Nun, das Gegenteil habe ich ja eigentlich nicht behauptet. Ich wollte lediglich auf die Unsinnigkeit der SPON-Argumentation hinweisen. Selbstverständlich ist es denkbar, dass es den Ölproduzenten gelingt, einen Preisverfall durch Verknappung aufzuhalten. Unbegrenzt geht das aber sicher auch nicht.
Dein Hinweis auf die möglichen Hauptleidtragenden der möglichen OPEC-Reaktion ist interessant, das wusste ich nicht.
Und warum kannst du dich nun nicht mit meiner Erwiderung anfreunden?
Kommentar von Boche — 2.02.2006 @ 12:03 (UTC)
Kalte Fsse wegen “Drohung”
Eine “STATE OF THE UNION ADDRESS” von Prsident Bush klingt ungefhr genauso spannend wie eine Neujahrsansprache eines x-beliebigen Bundeskanzlers (oder Kanzlerin).
Aber es gibt nichts was man nicht wieder gegen Bush ins Felde fhren knnte. Darauf …
Kommentar von There's Plenty of Room at the Bottom. — 2.02.2006 @ 13:18 (UTC)
Unverschmt: Bush will unabhngigkeit vom l
In seiner Rede zur Lage der Nation hat Prsident Bush das Ziel vorgegeben, bis zum Jahre 2025 die limporte aus dem Nahen Osten um 75% zu reduzieren.
Erreichen will er das mit technischem Fortschritt und Investitionen in Forschung und Entwicklung.
…
Kommentar von LibLog — 2.02.2006 @ 13:29 (UTC)
@ Boche:
Ich habe Dir etwas unterstellt, was Du gar nicht gesagt hattest. Zwischen Deinen Zeilen etwas gelesen, was dort gar nicht stand…
Durch die Klarstellung in Deiner Antwort hat sich das erledigt.
Kommentar von Andreas — 2.02.2006 @ 13:41 (UTC)
@Andreas
Na, etwas missverständlich hatte ich mich vielleicht schon ausgedrückt. Wenn ich erstmal im polemischen Schwange bin… Muss dran arbeiten.
Kommentar von Boche — 2.02.2006 @ 13:44 (UTC)