B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade

13.01.2006

Paviankäfig

Abgelegt in: Gedankensplitter

Wer wissen will, womit sich Management den lieben langen Tag beschäftigt, wird hier fündig.

Ich weiß ja nicht, wie es den geneigten Lesern dieses Blogs geht, aber mit dem Abstand, den ich auf so etwas mittlerweile habe, kann ich das nicht mehr anders als lächerlich finden. Kein Wunder, dass ein so erbärmliches Leben ziemlich kaputte Typen mit absonderlichen Wertvorstellungen hervorbringt.

(Danke an Curious Creatures für die Anregung).

12 Meinungen »

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  1. “Man muß sich treu bleiben. Aber authentisch sein, heißt ehrlich sein. Und ich werde doch nicht in jeder Situation, vor allem nicht in jeder Berufssituation ehrlich sein können. Wenn in einem Meeting der Chef nach der offen Meinung fragt, und dann melden sich tatsächlich ein paar Teilnehmer und sagen ihre kritische Meinung, sind sie draußen aus der Truppe.

    Wer das unter authentisch versteht, handelt hochgradig naiv und ist für Führungsaufgaben meiner Meinung nach auch nicht zwingend geeignet.”

    Tja, wen wunderts dann noch, wenn VW auf einmal anfängt, Oberklasse-Autos zu bauen und erwartungsgemäß gegen die Wand fährt und all die anderen Dinge, die man regelmäßig in den Wirtschaftsteilen findet…
    Na ja, in der Politik läuft es mit Sicherheit auch nicht anders…

    Kommentar von dointime — 13.01.2006 @ 19:27 (UTC)

  2. Der stärkere überlebt. Am Ende ist der vll. nicht die moralische Figur die die Gesellschaft gerne hätte, aber auf jeden Fall der beinharte Verfechter der wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens.

    Kommentar von Marcel Kiefer — 13.01.2006 @ 21:44 (UTC)

  3. @ Marcel Kiefer

    Oh, wir müssen verschiedene Texte gelesen haben, ich dachte … nicht die moralische Figur die die Gesellschaft gerne hätte, aber auf jeden Fall der beinharte Verfechter der eigenen Interessen. :)

    Kommentar von Klaus Brüssel — 13.01.2006 @ 22:03 (UTC)

  4. Solange ihn das Unternehmen mit astronomischen Summen belohnt, wird er für das Unternehmen handeln.
    Naja schmarrn selbstverständlich ist mir das mit den eigenen Interessen auch gekommen. Nur ist halt die Frage ob nicht der internationale Wettbewerb eben Leute verlangt die durch solch einen internen Kampf und Wettbewerb gegangen sind.

    Kommentar von Marcel Kiefer — 13.01.2006 @ 22:16 (UTC)

  5. Nur mal so am Rande bemerkt, bei aller Erbärmlichkeit dieser Rituale: es hat auch etwas mit Freiheit zu tun, die Wahrheit sagen zu dürfen und sich nicht zum Affen machen zu müssen.

    Nur ist halt die Frage ob nicht der internationale Wettbewerb eben Leute verlangt die durch solch einen internen Kampf und Wettbewerb gegangen sind.

    Du meinst, der Wettbewerb verlangt, dass Führungskräfte zu austauschbaren Marionetten ihres Top-Managements werden, die bei ihren Mitarbeitern jegliche Glaubwürdigkeit verspielen? Dass es einer Firma im Wettbewerb gut tut, wenn sie ihre Zeit mit Machtspielchen ihrer Manager vergeudet? Gestatten, dass ich lache.

    Der internationale Wettbewerb wird nicht in Meetings und nicht mit Powerpointfolien entschieden, sondern dadurch, dass intelligente Leute intelligente Sachen machen.

    Kommentar von Rayson — 13.01.2006 @ 22:37 (UTC)

  6. @dointime

    Da ticken wir wohl mal wieder ähnlich. Bei der Gelegenheit: Wann bloggst du wieder?

    Kommentar von Rayson — 13.01.2006 @ 23:42 (UTC)

  7. Wird wohl die nächsten Tage wieder mal was kommen, war die letzte Woche krank und hatte über die Feiertage irgendwie nichts wirklich wichtiges zu sagen. Na mal sehen, muss mich auch mal mehr bei der Tagespolitik auf dem Laufenden halten…

    Kommentar von dointime — 14.01.2006 @ 10:34 (UTC)

  8. “Ich mag keine Jasager um mich herum. Ich will, daß jeder mir die Wahrheit sagt - auch wenn es ihn seinen Job kostet.” (Samuel Goldwyn)

    Der Ratschlag, seine ehrliche Meinung lieber zu verschweigen, ist in seiner Pauschalität sicher falsch. Es kommt wohl auch darauf an, wie man seine Meinung präsentiert. Wenn man an der Position des Gegenübers kein gutes Haar lässt und nur die eigene Meinung als absolut richtig darstellt, dann hat die Äusserung von Kritik fast immer desaströse Folgen.

    Und da dointime schon die Parallele zur Politik angesprochen hat: anhand der Kommunikationsstrategien gegenüber der Bush-Administration von Schröder auf der einen und Merkel auf der anderen Seite lässt sich ganz gut illustrieren, was ich meine…

    Ganz pauschal gesagt sind die Kommunikationsstrategien der Deutschen (nicht nur der deutschen Manager und Politiker) immer noch ziemlich verkümmert im Vergleich zu den USA und Asien. Während in Deutschland die Äusserung rüpelhafter Unverschämtheiten oft als “Offenheit und Ehrlichkeit” verbrämt werden, kommt es in den USA und vor allem in Asien zunächst mal darauf an, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen bzw. zu erhalten. Innerhalb dieser kann dann auch besser Kritik geübt werden, ohne dass sogleich einer der Beteiligten sein Gesicht verliert. (Dass das Konzept der “Gesichtswahrung” ein rein asiatisches ist, halte ich für ein Gerücht.)

    Kommentar von Marian Wirth — 14.01.2006 @ 11:17 (UTC)

  9. Ich sehe das ja nur bei Kunden und oft als Außenstehender. Aber eine gute Portion Dilbert hilft über vieles hinweg :-)

    Kommentar von stefanolix — 14.01.2006 @ 14:21 (UTC)

  10. Stefanolix,

    das stimmt ;-) . Kennst du das Dilbert-Blog?

    Kommentar von Marian Wirth — 14.01.2006 @ 14:34 (UTC)

  11. Nachtrag:

    Link zum Dilbert-Blog und zu den Cartoons. Denselben Bloglines-Feed wie ich haben übrigens noch 44622 andere abonniert. Wohl nicht ganz grundlos.

    Kommentar von Marian Wirth — 14.01.2006 @ 14:55 (UTC)

  12. Dilbert ist cool, kann einen aber auch zum grenzenlosen Zyniker werden lassen. Ich spreche da aus Erfahrung ;-)

    Was die Art und Weise der Kommunikation betrifft, müssen Deutsche sich wohl tatsächlich darauf einstellen, dass in anderen Kulturen etwas indirekter zur Sache gegangen wird. Der gute McCabe in der Wirtschaftswoche vergisst ja in fast keinem Artikel, darauf hinzuweisen.

    Auch ist es sicher keine gute Strategie, die Aussagen des eigenen Bosses vor versammelter Mannschaft in Frage zu stellen. Aber das alles diskontiert: Die These, dass es sinnvoll ist, wenn Unternehmen ihre Manager zu austauschbaren, rückgratlosen und unglaubwürdigen Schleimern erziehen, ziehe ich nicht nur menschlich, sondern auch betriebswirtschaftlich in Zweifel. Ganz witzig wird es ja, wenn in solchen obrigkeitszentrierten Organisationen auch noch ein “Wissensmanagement” eingerichtet werden soll…

    Kommentar von Rayson — 15.01.2006 @ 12:36 (UTC)

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