B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade

9.12.2005

Brief an iranischen Botschafter II

Abgelegt in: Briefe an Politiker

Mal wieder ein Brief an den in Berlin residierenden Botschafter der Islamischen Republik Iran. Der Anlass ist ja bekannt.

Hier wieder die Kontaktdaten für (erwünschte) Nachmacher:

Seyed Shamseddin Khareghani
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65/67
14195 Berlin
Tel: 030 - 84 353-0
Fax: 030 - 84 353 - 535
iran.botschaft@t-online.de

Sehr geehrter Herr Botschafter Khareghani,

mit Interesse habe ich vom Vorschlag Ihres Präsidenten zur Lösung des Nahostproblems gelesen. Selten sind politische Ideen ja so konkret und unkonventionell!
Israel soll also verlegt werden. Adolf Hitler hatte für die lästigen Juden Madagaskar vorgeschlagen, ihr weiser Führer empfiehlt Deutschland oder Österreich.
Eine Frage hätte ich allerdings noch:
Wie sollen die ehemaligen jüdischen Siedlungsgebiete und Stadtviertel in Arabien und Persien berücksichtigt werden? Sollen dort jeweils jüdische Kolonien unter Hoheit des dann z.B. in Deutschland neu eingerichteten jüdischen Staates geschaffen werden, in die damals von Arabern vertriebene Juden bzw. deren Angehörige zurückkehren können? Oder bestehen Sie und Ihr Präsident auf einem judenfreien Arabien bzw. Persien?
Und wie behandelt man die Palästinenser, die ja zu Hitlers Zeiten dessen treue Verbündete waren? Sollen die der neuen jüdischen Heimstatt Reparationen bezahlen müssen? Würde Iran dafür finanziell aufkommen wollen, da die Palästinenser ja recht arm sind?

Vielleicht könnten Sie so freundlich sein, diese Fragen zu beantworten oder Ihren Präsidenten um Antwort darauf zu bitten. Vielen Dank im Voraus!

Mit hochachtungsvollen Grüßen,

PS: Ich hoffe, Ihnen ist nicht entgangen, dass der Brief ironische Elemente enthält. Um aber auch noch ein ernstgemeintes Wort an Sie zu richten:
Ich werde mich bei der deutschen Regierung dafür einsetzen, dass die diplomatischen Beziehungen zu Ihrem Heimatland abgebrochen und dass Sie und Ihre Botschaft baldestmöglich den Heimweg in den Iran antreten können. Als deutscher Staatsbürger sage ich Ihnen, dass Sie meiner Ansicht nach als Vertreter der derzeitigen iranischen Politik und als Gast in Deutschland nicht mehr erwünscht sind. Auf Wiedersehen.

2 Meinungen »

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  1. “Und wie behandelt man die Palästinenser, die ja zu Hitlers Zeiten dessen treue Verbündete waren?”
    Über diese Behauptung bzw. deren basierenden Fakten (Wer, Wie viele, Was getan, …?), wüßte ich gerne mehr.
    Bitte hier posten und mich darüber per Email informieren, Danke!

    Kommentar von Wilhelm [Schoggo-TV] — 12.12.2005 @ 13:20 (UTC)

  2. Hallo Wilhelm,

    ich habe die Informationen aus dem (hier vorgestellten) Buch “Plädoyer für Israel” von Dershowitz.

    Zur Kernfigur al-Husseini findest du bei Wikipedia Näheres.

    Kommentar von Boche — 12.12.2005 @ 13:30 (UTC)

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