Entführungsshow
Eine Deutsche und ihr Fahrer wurden Opfer einer der vielen Entführungen im Irak. Das ist die Nachricht des Tages. Den Vermutungen und Analysen dazu möchte ich jetzt keine weitere hinzufügen.
Was mich aber hier und schon bei früheren Entführungen ein wenig wütend macht, ist, dass in den Medien die Selbstinszenierungen der Entführer mit den hilflosen Opfern gezeigt werden. Geht die Berichterstattungspflicht so weit? Mir kommt es so vor, dass, wer auch immer diese Bilder zeigt, mit dem Leid Anderer zur Steigerung von Auflage, Quote oder Besucherzahl Voyeure befriedigt und damit die betroffenen Menschen ein zweites Mal zum Opfer macht. Auch, wenn auf die schlimmsten Szenen dankenswerterweise verzichtet wird und die jeweiligen Videos gar nicht oder nicht in voller Länge ausgestrahlt werden.

Bei dem von dir angesprochenen Grat zwischen Berichterstattung und Voyeurismus empfinde ich die ARD aber durchaus als positives Beispiel.
Allzu gut in unserer Medienlandschaft kennen sich die Absender des Videos offenbar nicht aus. Aber den Fehler machen sie bestimmt nicht noch mal. Nächstes mal RTL.
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Kommentar von Björn Gießler — 30.11.2005 @ 21:30 (UTC)
Huch? Woran lag’s?
Kommentar von Rayson — 30.11.2005 @ 21:37 (UTC)
Wenn ich zwei Beiträge von der selben IP (binnen kurzer Zeit?) absetzen will, muss ich neuerdings einen Bestätigungscode eingeben. Der Generator für diese Grafiken war offenbar deffekt. Ich bekam jedenfalls nur ein rotes Kreuz zu sehen…
Kommentar von Björn Gießler — 2.12.2005 @ 0:46 (UTC)
Den Code muss ich selbst auch eingeben. Das rote Kreuz (für “fehlendes Bild”) wird nach kurzer Zeit aber durch eine Zahl ersetzt. Bei mir jedenfalls
Kommentar von Rayson — 2.12.2005 @ 0:55 (UTC)
Ja es geht wieder. War aber tatsächlich über einen längeren Zeitraum down. Ich habe es zu verschiedenen Zeiten von zuhause und auf Arbeit vergeblich versucht.
Kommentar von Björn Gießler — 2.12.2005 @ 14:09 (UTC)
Ich verweise auf das Interview mit der italienischen Journalistin Sgrena im Tagesspiegel,
(http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.12.2005/2208689.asp)
Im Februar 2005 selbst Opfer einer Entführung im Irak, macht sie sich stark für die Ausstrahlung des gesamten Videos, nicht nur eines Standbildes stark. Denn: “Es ist besser, das Video zu zeigen. Es hilft, eine Öffentlichkeit zu mobilisieren.”
Kommentar von Michael Schmidt — 2.12.2005 @ 14:21 (UTC)