Leserbrief an die ZEIT
Zum ZEIT-Artikel von Ulrich Ladurner über die Drohungen des iranischen Präsidenten gegenüber Israel habe ich folgenden Leserbrief geschrieben:
Unglaublich
“Achmadinedschad erklärt die Ausrottung Israels zu einem Ziel seiner Politik. Das ist verrückt und brandgefährlich.”
So weit, so gut. Aber warum ist das verrückt und gefährlich? Weil Israel ein Genozid angedroht wird? Weil der einzige Demokratie im Nahen Osten von einem Faschisten vernichtet werden soll?
Nein, Herr Ladurner sorgt sich vor dem Feind, der dem gemeinen Deutschen gefährlicher erscheint:“Denn Achmadinedschad … gibt den Falken in den USA und in Israel Nahrung, die schon seit langem einen Militärschlag gegen den Iran fordern.”
Unglaublich, dass derart dummer Antiamerikanismus es bis in die ehemals ehrwürdig-liberale ZEIT schafft…
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Link zur ZEIT, die ich kaum noch lese, gefunden beim Antibürokratieteam und den Freunden der offenen Gesellschaft

Es ist notwendig, sich die Prämissen einer These anzusehen.
“Herr Ladurner sorgt sich vor dem Feind, der dem gemeinen Deutschen gefährlicher erscheint”
Herr Ladurner nimmt vermutlich an, dass der Iran den Staat Israel ohnehin nicht vernichten kann, auch nicht durch diverse Selbstmordanschläge, die das iranische Regime v.a. durch seine Unterstützung für die Organisation Islamischer Dschihad mitverübt.
Aber Moment, da war doch was… Atomstrom… Atominspektion…IAEA… Atommacht… Atomwaffen……. Klick-Klack… Fällt der Groschen beim Herrn Ladurner?
Vielleicht klemmt auch ein Zahnrad im Getriebe und es kommt nur ein “Na und? Die Amis haben ja auch Atomwaffen. Und Pakistan und Indien.” — Die Zeit ist eher schöngeistig, gutmenschelnd, nicht messerscharf, brutal schlussfolgernd, lieber optimistisch und tolerant, um Deeskalation bemüht. Nur die böse Wirklichkeit, ihr ist das Schöngeistige und Symbolische sowas schon scheißegal.
Kommentar von euroneuzeit — 28.10.2005 @ 11:56 (UTC)
“sowas schon scheißegal.”
soll
“sowas von scheißegal.” heißen.
Man könnte es auch kurz sagen: Die ZEIT ist manchmal auch gegenüben denen menschenfreundlich und unvoreingenommen, die das in keinster Weise verdient haben.
Kommentar von euroneuzeit — 28.10.2005 @ 12:18 (UTC)
“Die ZEIT ist manchmal auch gegenüben denen menschenfreundlich und unvoreingenommen, die das in keinster Weise verdient haben.”
Das sehe ich nicht als Problem. Unvoreingenommenheit ist ja die Aufgabe eines Journalisten.
Hier scheint mir eher Ideologie das Problem zu sein, nämlich die Ideologie des Antiamerikanismus und Antisemitismus, die sogar dann greift, wenn ein Faschist mal so Klartext spricht wie dieser iranische Oberheini.
Kommentar von Boche — 28.10.2005 @ 12:26 (UTC)
“Unvoreingenommenheit ist ja die Aufgabe eines Journalisten.”
Nein, vielleicht ist Unvoreingenommenheit zu positiv besetzt.
Aber Unvoreingenommenheit kann auch Naivität heißen. Wenn man einem Islamisten wie Achmadinedschad zutraut, auf Israel mit Atomwaffen zu schießen, dann ja nicht deswegen, weil er das schon mal getan hat, sondern aus einer Beurteilung seiner Ideologie und seiner Aussagen heraus, also mit einer Meinung, die man von ihm hat. Würde man total unvoreingenommen berichten, müsste man immer so tun, als sei jeder ein unbeschriebenes Blatt. Es ist so gesehen nicht die Aufgabe von Journalisten, unvoreingenommen zu sein, sondern es ist ihre Aufgabe, die Voraussetzungen ihrer Angaben und Thesen nicht zu verschleiern, sondern offenzulegen.
Kommentar von euroneuzeit — 28.10.2005 @ 12:35 (UTC)
Müßig ist alles Begrifferaten…
Unvoreingenommenheit definiere ich als vorurteilsfreies Herangehen an einen Tatbestand. Siehe auch hier.
Aber egal, inhaltlich sind wir wohl auf einer Linie.
Kommentar von Boche — 28.10.2005 @ 12:41 (UTC)
Boche,
ja, mir geht es darum, dass keiner völlig unvoreingenommen und vorurteilsfrei sein kann. Das heißt aber nicht, dass der eine nicht viel voreingenommener sein kann als der andere.
Mit manchen Begriffen wird gerne rumgeschleudert, auch mit Objektivität, Neutralität, weltanschaulich neutral…. meistens ohne darüber nachzudenken, was man da eigentlich redet. Genau genommen gibt es das alles nicht. Alles was man denken kann, kann auf bestimmte Grundannahmen und Ideen zurückgeführt werden, die ihrerseits bis zu einem bestimmten Grad “unbewiesen” sind. Und andererseits können Handlungen auf gewisse Interessen zurückgeführt werden. Wie soll da z.B. jemand “neutral” sein?!
Kommentar von euroneuzeit — 28.10.2005 @ 12:50 (UTC)
Die ZEIT, schon lange weit überwiegend im Lager der Islamfaschisten-Appeaser, hat sich auf den Weg hin zum Abschaum gemacht.
Kommentar von Michael Herzog — 28.10.2005 @ 12:59 (UTC)
Hui, jetzt wirds filosofisch!
Aus meiner Sicht haben Journalisten zu allererst die Pflicht zu berichten. Und berichten heißt, möglichst objektiv ein Vorkommnis darzustellen und die Hintergründe nach Möglichkeit aufzudecken.
In zweiter Linie kann ein Journalist auch seine Meinungen zu Vorkommnissen darstellen.
Beides ist nach den klassischen Regeln des Journalismus getrennt, und das halte ich durchaus für sinnvoll. (Was herauskommt, wenn man das vermischt, sieht man immer häufiger beim SPIEGEL und bei unsäglichen Propaganda-Sendungen wie Panorama etc.)
Dass Objektivität nie zu 100% möglich ist, mag stimmen. Ich halte das aber für ein etwas zu abgehoben und praxisfern, als dass es auf den konkreten Fall sinnvoll anwendbar wäre.
Kommentar von Boche — 28.10.2005 @ 13:00 (UTC)
Klar getrennt wird nicht immer. Es sollte aber dem Leser deutlich gemacht werden, wo eine Meinung herkommt, wer sie teilt, auf welche Informationen sie sich stützt etc. Dann ist eine Meinungsäußerung nicht schlimm. Propagandistisch wird es immer, wenn die Meinung untergeschoben wird und Ansatzpunkte sie zu hinterfragen werden verheimlicht.
Kommentar von euroneuzeit — 28.10.2005 @ 13:19 (UTC)
Immer diese anti-iranische Hetze. Ahmadinedschad ist doch nur ein unbedarfter Populist
Also bitte: sachlich werden
Kommentar von Klaus Brüssel — 28.10.2005 @ 13:46 (UTC)