B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade

17.10.2005

Europäischer Sozialismus lässt Afrika hungern

Abgelegt in: Briefe an Politiker

Die Ausbeutung der Ärmsten dieser Welt durch Großkonzerne finden wir ganz schlimm. Kapitalismus? Freihandel? Globalisierung? Pfui Teufel!
Dabei ist es die typisch sozialistische Politik europäischer Machart, nämlich die Verhinderung freien Handels, die Verteilung von Steuergeldern an willkürlich bevorzugte Gruppen der Gesellschaft, die direkt und ganz konkret Armut in (z.B.) Afrika schafft.

Ein Brief an den Noch-Minister Trittin und Künast-Nachfolger:

Sehr geehrter Herr Minister Trittin,

als die Bilder der Flüchtlinge in Marokko im Fernsehen zu sehen waren, wurde seitens deutscher und europäischer Politik und Öffentlichkeit davon gesprochen, dass die Armut, Hauptursache der Massenflucht, in den afrikanischen Staaten selbst behoben werden müsste.
Europa ist es aber, das seine Bauern noch immer stark subventioniert, die Märkte gegen die Produkte z.B. aus Afrika abschottet und damit die Armut und das Elend direkt fördert.

In Großbritannien sind inzwischen die Empfänger von EU-Agrarsubventionen namentlich veröffentlicht worden (darunter z.B. das britische Königshaus). Dies hat zu einer lebhaften Debatte über diese armutsfördernden EU-Mittel geführt.
Um eine ähnliche Debatte auch in Deutschland anstoßen zu können, halte ich die Veröffentlichung der deutschen Empfänger von EU-Agrarsubventionen für wünschenswert.
Deshalb bitte ich Sie, die Liste dieser Empfänger entweder mir zukommen zu lassen bzw. diese auf Ihren Seiten oder an anderer
geeigneter und für die Öffentlichkeit einsehbarer Stelle zu veröffentlichen.
Abgesehen davon fordere ich Sie natürlich auf, sich zu Gunsten der Armen dieser Welt vehement und nachdrücklich für die Abschaffung aller Handelsbarrieren und -verzerrungen einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen,

—————————————————————–
Angeregt durch diesen Artikel im Kosmoblog.

6 Meinungen »

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  1. Es freut mich, dass mittlerweile nicht mehr immer nur die “Standard-Lieblings-Subvention” vieler FDP- oder aber auch CSU-Politiker, die staatliche Bezuschussung der deutschen Kohle, zumal der nordrheinwestfälischen, unter Beschuss genommen wird; wobei diese übrigens im Verhältnis zu Agrarsubventionen drastisch gesunken ist (wenn ich mich richtig erinnere allein zwischen 1980 und 1993 um 50%).

    Darüber hinaus ist der Adressat des Briefes zwar nicht falsch, aber aus nahe liegenden Gründen nicht mehr aktuell. Daher wäre es umso sinnvoller, denselben Brief auch an Horst Seehofer, im Bund wahrscheinlich bald zuständig für Landwirtschaft, und seinen Chef, den (so gut wie) Wirtschaftsminister und ehemaligen Ministerpräsidenten von Bayern, einem Bundesland, dass bis heute im vergleichsweise hohen Maße von Agrarsubventionen profitiert, zu schicken.

    Kommentar von Patentizität — 17.10.2005 @ 13:39 (UTC)

  2. Selbstverständlich werde ich diesen Brief auch an den neuen Landwirtschaftsminister schicken, wenn er im Amt ist.
    Obwohl gerade die im Brief enthaltene Kritik an einer sich so besorgt um die Armut der Welt gebärdende rot-grüne Regierung besonders pikant ist.

    Kommentar von Boche — 17.10.2005 @ 13:48 (UTC)

  3. Ich glaube zwar nicht, dass ihr mehr als ein salbungsvolles Schreiben bekommt, das höflich ein “Ihr könnt uns mal” umschreibt, aber trotzdem: Viel Glück damit.

    (Wenn ich mich irre, würde mich die Liste auch interessieren).

    Kommentar von VolkerD — 17.10.2005 @ 14:08 (UTC)

  4. Ich mach mir da auch keine großen Hoffnungen.
    Sollte es aber tatsächlich eine Liste geben, werde ich mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, diesen Knüller hier zu veröffentlichen. ;-)

    Kommentar von Boche — 17.10.2005 @ 14:13 (UTC)

  5. Das Problem wird ja noch dadurch verschlimmert, dass die europäischen Überschüsse auf dem Weltmarkt verschleudert werden und so den Entwicklungsländern weitere Abnahmechancen nehmen.

    Kommentar von Rayson — 17.10.2005 @ 14:46 (UTC)

  6. “wobei diese übrigens im Verhältnis zu Agrarsubventionen drastisch gesunken ist (wenn ich mich richtig erinnere allein zwischen 1980 und 1993 um 50%).”

    Hmm, in 23 Jahren? Das soll “drastisch” sein?

    Soviel zum Schneckenhaus Deutschland! Langsam, innen hohl und eine Schleimspur hinterlassend…

    Kommentar von Trafo — 18.10.2005 @ 11:15 (UTC)

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