B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade

28.09.2005

Deutsche bejubeln Judenmord

Abgelegt in: Politik

Hier wies ich bereits auf den von der “Bundeszentrale für politische Bildung” unterstützten antisemitischen Film “Paradise Now” hin.

Stehende Ovationen für den in Szene gesetzten Judenmord beendeten die Berlinale-Aufführung. Die Kulturstaatsministerin Christina Weiss, die den deutschen Verleih des Filmes fördert, konnte sich zufrieden zeigen. Inzwischen besorgt Deutschlands Schicksalsexperte Bernd Eichinger mit seiner Firma »Constantin-Film« den Vertrieb des Judenmörderdramas.
(Quelle)

Hier nun eine Kampagne gegen diese Verherrlichung des Judenmords.
———————————————————————————
Der Dank für die Informationen gilt einmal mehr den Freunden der offenen Gesellschaft.

Siehe auch:

  • “Sympathieträger mit Hundeblick”
  • Eine Prise Humor und etwas Pseudonachdenklichkeit…
  • Judenmord diskutieren
  • Betrachtung des Themas bei Kosmoblog
  • 13 Meinungen »

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    1. Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber dafür Besprechungen, zB in der NZZ gelesen, aus denen ich schließe das die Bezeichnung “antisemitisch” für diesen Film nicht angebracht ist, auch wenn die Opferperspektive wohl zu kurz kommt - das gilt aber auch für Filme wie “Der Untergang” u.a., wo man es sich mit der Etikettierung auch nicht so einfach macht.

      Kommentar von nite owl — 28.09.2005 @ 22:29 (UTC)

    2. Auch die Filmbesprechung der FAZ entspricht nicht dem ws man hier und auf anderen blogs liest.

      http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E18C6037BB03244AF90FD26229D92FC3E~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

      Kommentar von nite owl — 29.09.2005 @ 1:08 (UTC)

    3. Sicher ist meine Rethorik sehr drastisch. Ich halte den Begriff “antisemitisch” aber durchaus für passend. Zumindest nach dem, was ich der Filmbesprechung bei typosript und vor allem der von der BPB selbst entnehmen konnte.
      Gerade letztere bietet bei genauerem Lesen die in Europa üblichen Klischees und letztlich antisemitischen Argumentationsmuster (Gleichsetzung der Bedrohungsszenarien, Charakterisierung des Terrors als “Aufstand” etc. etc.) zu Hauf.
      Aber gut - ein endgültiges Bild wird sich nach Sehen des Films ergeben.

      Kommentar von Boche — 29.09.2005 @ 7:12 (UTC)

    4. Ich mag den Film nicht - auf meiner Webseite habe ich das hoffentlich nachvollziehbar begründet. Ich würde diesen Film weniger “anti-semitisch” und weit eher “pro-terroristisch” nennen.

      Was hier aber jetzt als Anlass genommen wird, das unzutreffende Bild von “Judenmorde bejubelnden Deutschen” zu zeichnen, sollte auch mal hinterfragt werden.

      Wie lange ist die Vorführung auf der Berlinale her? Haben diese “Deutschen” über Judenmorde gejubelt? Ich meine, her wird wieder einmal eine Sau durchs honestly concernte Dorf getrieben.

      Nicht mehr und nicht weniger. Sorry.

      Kommentar von Dr. Dean — 29.09.2005 @ 12:44 (UTC)

    5. Da aus meiner Sicht der hier behandelte Terrorismus ein antisemitischer Terrorismus ist, kann ich zwischen “pro-terroristisch” und “antisemitisch” keinen bedeutenden Unterschied erkennen.

      “Haben diese “Deutschen” über Judenmorde gejubelt?”

      Natürlich habe ich die Titelaussage überspitzt. Wenn aber Deutsche antisemitische Terroristen-Versteher-Filme bejubeln, liege ich damit m.E. nicht allzu weit daneben.

      Kommentar von Boche — 29.09.2005 @ 12:55 (UTC)

    6. Zu den nahezu unbeschränkten Absurditäten dieses Konfliktes gehört es, dass der Terror gegen israelische Zivilisten eben nicht unbedingt antisemitisch ist.

      Die Bemühung der palästinensischen Seite um den Begriff “anti-zionistisch” ist auch vor diesem Licht zu sehen: Sie wollen keine Rassisten sein. Sie wollen das wirklich nicht. Ob das auch für die Filmemacher mit ihrer schwärmerisch-künstlichen Zeichnung von Terroristen gilt, weiß ich nicht. Ich gebe zu bedenken: Wären sie echte Rassisten oder Antisemiten, dann wäre der Film noch anders ausgefallen.

      Das Problem dieses Films ist m.E. mehr seine Ideologisierung bei gleichseitiger Wirklichkeitsfremdheit. Zu den ausgesprochen problematischen Thesen des Films gehört z.B. die Idee, dass nicht-terroristische Aktivitäten in diesem Konflikt absurde Träumereien seien.

      Diese radikalisierte Alternativlosigkeit teilen die Filmemacher z.B. mit den in Israel durchaus zahlreichen Sympathisanten extremer Siedler bzw. mit Nationalreligiösen.

      Beide Seiten halten inhumanee Formen der Konfliktbewältigung für jeweils alternativlos “realistisch” und verlachen all diejenigen, die es anders sehen, z.B. als “Naivlinge”, “Pazifisten” oder “Gutmenschen”.

      Das Muster ist bekannt.

      Im Übrigen bin ich, was diesen Konflikt angeht, davon überzeugt, dass echter Rassismus auf beiden Seiten etwa gleich stark vertreten ist. Nach Jahrzehnten eines Friedens oder gar einer Aussöhnung werden auch diese Probleme kleiner werden.

      Wer von “jubelnden Deutschen” schreibt, die sich “über Morde an Juden freuen”, der hat, mit Verlaub, mindestens ein paar Grad zu heiß gebadet.

      Kommentar von Dr.Dean — 29.09.2005 @ 20:02 (UTC)

    7. “…dass der Terror gegen israelische Zivilisten eben nicht unbedingt antisemitisch ist.”

      Nach dem, was ich über die Hasspredigten in den offiziellen palästinensischen Medien gehört habe, in denen wortwörtlich dazu aufgerufen wird, die Juden zu erschlagen, wo man sie trifft, erscheint mir dein “nicht unbedingt” recht wacklig.

      “Sie [die Palästinenser] wollen keine Rassisten sein. Sie wollen das wirklich nicht.”

      Wie kommst du zu diesem Schluss?

      “Beide Seiten halten inhumanee Formen der Konfliktbewältigung für jeweils alternativlos “realistisch”…”

      Mit dem kleinen aber vielleicht nicht ganz unwichtigen Unterschied, dass israelische Extremisten, die Palästinenser ermorden, gerichtlich belangt werden.
      Während entsprechende Verbrecher auf palästinensischer Seite gefeiert und finanziell gefördert werden.

      “Wer von “jubelnden Deutschen” schreibt, die sich “über Morde an Juden freuen”, der hat, mit Verlaub, mindestens ein paar Grad zu heiß gebadet.”

      Ich hatte dir meine Polemik erklärt. Wenn du meinst, nun deinerseits polemisch zu werden, ist das natürlich dein gutes Recht. Wobei ich den persönlichen Angriff etwas unpassend finde.

      Kommentar von Boche — 30.09.2005 @ 11:13 (UTC)

    8. Ich sehe, es war richtig von mir, dich in dieses Fahrwasser zu locken. Ich wollte sehen, woher es kommt.

      Zur Sache:

      Ich halte es nicht für sonderlich legitim, an genau dieser Stelle Unterschiede zwischen diversen Fanatikergruppen zu betonen, dabei eine Gruppe in Schutz nehmend, und dann - übergangslos - auf einen quasi definitorischen Unterschied zwischen “den” Palästinensern bzw. “den” Israelis zu drängen. Ich halte den Vergleich zwischen einem einigermaßen gut funktionierenden Rechtsstaat und der PA-Behörde für unredlich. Was willst du damit beweisen, Boche?

      Dass die Palästinener einen Art eingebauten genetischen oder kulturellen Defekt hätten? Willst du darauf hinaus? Immerhin entspricht derlei Gedankengut einer großen, evtl. sogar fast mehrheitlichen Gruppe der Likud-Anhänger. Google mal ruhig im Internet die Stichworte “genetic defect” +Terror.

      Deine angeblich nur “polemische” Dartellung angeblich Judenmorde bejubelnder Deutscher entspricht der gleichen Geisteshaltung.

      Du bist selbst für dein Denken verantwortlich Boche. Wäre ich du, würde ich den “polemischen” Beitrag mit den angeblich Judenmorde bejubelnden Deutschen aus dem Blog löschen.

      Der Beitrag ist eine Lüge.

      Kommentar von Dr.Dean — 30.09.2005 @ 12:50 (UTC)

    9. “Ich halte es nicht für sonderlich legitim, an genau dieser Stelle Unterschiede zwischen diversen Fanatikergruppen zu betonen, dabei eine Gruppe in Schutz nehmend,…”

      Du hast nicht genau genug gelesen. Ich habe keineswegs eine Gruppe in Schutz genommen. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es einen Unterschied in Einflussmöglichkeit und Rückhalt gibt. An der Ablehnungswürdigkeit beider Extremistengruppen ändert das doch nichts.

      “Ich halte den Vergleich zwischen einem einigermaßen gut funktionierenden Rechtsstaat und der PA-Behörde für unredlich.”

      Was heißt hier “Vergleich”? Die beiden genannten sind nun einmal die beiden faktischen Seiten.

      “Dass die Palästinener einen Art eingebauten genetischen oder kulturellen Defekt hätten?”

      Nun fang nicht an, dummes Zeug zu schreiben.

      Dich scheinen Hinweise darauf zu stören, dass wir es im Palästina-Konflikt auf einer Seite mit antisemitisch motiviertem Terror zu tun haben.
      Dass du dies mit Unterstellungen konterst, ich würde diesen Antisemitismus irgendwie rassisch begründet sehen, ist recht billig. Billig deshalb, weil du nirgends in meinen Argumenten etwas finden wirst, was darauf hindeutet.

      Ich schlage vor, dass du deine Erregung etwas abklingen lässt und wir dann sachlich weiterdiskutieren.

      “Wäre ich du, würde ich den “polemischen” Beitrag mit den angeblich Judenmorde bejubelnden Deutschen aus dem Blog löschen.

      Der Beitrag ist eine Lüge.”

      Unsinn.

      Kommentar von Boche — 30.09.2005 @ 13:12 (UTC)

    10. Ach?

      Dein Beitrag ist keine Lüge?

      Dann zeig mir mal in oder nach einer Kinoaufführung Deutsche, welche “Judenmord bejubeln”. Merkst du nicht, wie falsch und absurd deine Behautptung ist?

      Ich bin mir nicht sicher, ob es in irgendeiner Aufführung echten Jubel gab - allein das bezweifle ich schon, denn das Thema hinterlässt Beklemmung. (Die Berlinale zählt nicht, denn dort werden Filme so gut wie *immer* “bejubelt”, auch die blödesten Machwerke, und sei es, dass die Fangruppe der Schauspieler und Macher den eigenen Film damit unterstützen will)

      Haben “Deutsche” nach dem Film und zwar zeitnah zu deinem Blogbeitrag gejubelt? Ist das die Wahrheit?

      Aber gut, nehmen wir einmal an, es hätte dieser Tage mehrere jubelnde Deutsche in einer derartigen Filmaufführung gebeben. Oder - seien wir realistischer - gehen wir von ganz normalem Kino-Applaus aus.

      Woran wohl könnte es liegen, dass dieser Film Applaus erhält?

      Sicherlich nicht deshalb, weil die Kinobesucher über Morde an Juden froh sind.

      Boche, dein Beitrag ist eine Lüge.

      Der Film ist alles andere als empfehlenswert, aber es gibt keinen Grund, von kinoguckenden Deutschen zu schreiben, dass diese “Judenmorde bejubeln”.

      Es mag sein, dass Kinobesucher auf den Film reingefallen sind und meinen, hier einen echten Einblick bekommen zu haben, warum es zum Selbstmord-Terror kommt. Es mag sein, dass die Zuschauer der Meinung waren, dass ein schwieriges Thema auf interessante Weise dargestellt worden sei.

      Das muss man nicht teilen - ich teile das nicht - aber es ist eine Frage des Anstands, wenn man die Kritik an derlei Naivität nicht zur Verbreitung massiver Hetze nutzt, z.B. zur Verbreitung des unzutreffenden Bildes von “Judenmorde bejubelnden Deutschen”.

      Das wäre sogar niederträchtig, Boche.

      Kommentar von Dr. Dean — 30.09.2005 @ 17:53 (UTC)

    11. “Die Berlinale zählt nicht, denn dort werden Filme so gut wie *immer* “bejubelt”…”

      Für mich zählt sie sehr wohl. Zumindest reicht es durchaus aus, um eine polemische Überschrift zu rechtfertigen.

      “Woran wohl könnte es liegen, dass dieser Film Applaus erhält?

      Sicherlich nicht deshalb, weil die Kinobesucher über Morde an Juden froh sind.”

      Das habe ich so direkt auch nicht unterstellt.

      “Der Film ist alles andere als empfehlenswert, aber es gibt keinen Grund, von kinoguckenden Deutschen zu schreiben, dass diese “Judenmorde bejubeln”.”

      Wenn Deutsche klatschen, während der (meiner Meinung nach unstrittig antisemitisch motivierte) Mord an Juden relativiert wird, gibt es diesen Grund durchaus.
      Ich bin ja durchaus gewillt zuzugeben, dass die Klatschenden schlicht nicht so richtig nachgedacht haben. Ein Grund mehr, ihnen mit drastischer Polemik vor Augen zu führen, was sie da beklatschen.

      “…es ist eine Frage des Anstands, wenn man die Kritik an derlei Naivität nicht zur Verbreitung massiver Hetze nutzt, z.B. zur Verbreitung des unzutreffenden Bildes von “Judenmorde bejubelnden Deutschen”.”

      Wir haben wohl schlicht unterschiedliche Auffassungen davon, was Polemik und was Hetze ist.

      Kommentar von Boche — 30.09.2005 @ 18:59 (UTC)

    12. Die Grenze zwischen Polemik und Hetze ist die Wahrheit. Überwiegt das Unwahre und wird Verächtlichmachung bezweckt oder bewirkt, ist die Grenze der Anständigkeit überschritten.

      Das ist keine Frage der Auffassung.

      Kommentar von Dr. Dean — 1.10.2005 @ 2:29 (UTC)

    13. Meines Wissens ist es keine Unwahrheit, dass Deutsche den Film bejubelt haben. Verächtlich gemacht haben sie sich damit höchstens selbst.

      Kommentar von Boche — 4.10.2005 @ 7:29 (UTC)

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