Deutschland bleibt sozialistisch
Ich habe nicht Ökonomie studiert.
Ich lese den Wirtschaftsteil der Zeitungen nur mit amateurhaft zu nennendem Interesse.
Ich kann im Streitgespräch mit rethorisch Begabteren vielleicht nicht einmal überzeugend erklären, warum marktwirtschaftlicher Wettbewerb der Kommandowirtschaft vorzuziehen ist.
Und trotzdem kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass es ein beängstigendes Zeichen ist, wenn einer meiner Kollegen mit der Aussage kantinenweite Zustimmung erlangt, dass man die Ölmärkte am besten unter staatliche Kontrolle stellen sollte; um zu hohe Preise zu vermeiden.
Wenn ein paar Cent an der Zapfsäule für einen Audi TT-Fahrer und Gutverdiener solche Schlüsse schlüssig erscheinen lassen…
Nein, weiter will ich jetzt nicht denken.

Ich weiß nur nicht, ob das historisch verlässlich unerschütterliche Grundvertrauen in Vater Staat den Deutschen jeweils neu anerzogen oder gleich verererbt wird.
Kommentar von Rayson — 12.09.2005 @ 12:20 (UTC)
Einen Erbschaden anzunehmen, wäre ein zu bequeme Entschuldigung.
Kommentar von Boche — 12.09.2005 @ 12:22 (UTC)
Leider beobachte ich in letzter Zeit so viele sonderbare Verhaltensmuster, die ich mit Anerziehung nicht plausibel erklären kann, dass ich doch von einem schweren Gen-Deffekt im Volkskörper ausgehen muss.
Kommentar von Björn Gießler — 12.09.2005 @ 22:29 (UTC)