Spiegel-”Journalismus”
Der Spiegel verwechselt wohl mal wieder Journalismus mit Meinungsmache.
Im empörten Ton wird berichtet, dass die britischen Behörden die Hinterbliebenen der Londoner Terroranschläge mit umgerechnet 16.000 Euro … entschädigen? - nein “abspeisen” wollen.
Nun kann man ganz naiv an die Sache herangehen und fragen, wer eigentlich Entschädigung zahlen müsste. Wurden die Bomben im Auftrag des britischen Staates gezündet?
Andererseits kann man vielleicht die Position vertreten, dass es die Aufgabe des Staates ist, die Sicherheit seiner Bürger zu garantieren. Die Opfer in London wären demnach Ergebnisse schlampiger staatlicher Arbeit.
Angesichts der in einer offenen Gesellschaft sicher kaum zu 100% beherrschbaren Gefahr, dass Irre Bomben zünden, wäre dieses Argument aber auch leicht vermessen. Oder nur stichhaltig, wenn man sich den totalen Überwachungsstaat wünscht.
Was bleibt denn nun als Begründung für Empörung über die Höhe der Entschädigungen übrig?
Vielleicht einfach mieser journalistischer Stil, Nachrichten mit Emotionen aufzublasen, um sie besser zu verkaufen?

Naja wenn es nach Bröckers geht schon
Ich finde die SPON-Überschrift auch unsäglich. Zudem sie die Realität nur selektiv wiedergibt. Schließlich werden bei Familien, die die allein erwerbstätige Person verloren haben, höhere Summen bezahlt.
Bedenklich ist auch dieser Satz:
Lohn? Das klingt im Zusammenhang mit Entschädigungen pervers und gierig.
Kommentar von C. Lapide — 4.08.2005 @ 17:31 (UTC)