Wenn Linke nicht dumm erscheinen wollen, schreiben sie nicht in der “jungen welt” sondern in der taz.
Das schützt sie leider nicht davor, inhaltlich unreflektierte Standardfloskeln zu verwenden, wenn es um wirtschaftliche Belange geht. Diese Floskeln werden von ihren Lesern erwartet, inhaltlich sicher auch nicht verstanden aber dafür bestimmt “erfühlt”. Und Gefühle verbinden schließlich. Kundenbindung und so…
Wenn der Hühnerfleischabsatz sinkt, fällt mit ihm auch der Preis. McDonald’s neuestes “Ein mal eins”-Menü bietet “Hühnchenburger” mit Chilisoße für 1 Euro. Das Angebot schlägt blendend ein. Fällt der Hühnerfleisch-Rohstoffpreis, dann steigt auch die Gewinnspanne für die Produzenten.
Quelle: (1)
Der Autor bleibt den Nachweis schuldig, dass der Gewinn (”Gewinnspanne” halte ich für einen weißen Schimmel) gestiegen ist. Denn beobachtbar und auch zunächst berichtet ist ja eigentlich nur, dass bei sinkendem Einkaufspreis des Rohstoffs der Produktpreis gefallen ist. Und das ist ja nun eigentlich nichts Schlimmes und sozial voll gerecht und so.
Aber wahrscheinlich lief in des Autors Kopf die linke Standardlogik ab:
Böser amerikanischer Konzern verkauft mehr - böser amerikanischer Konzern macht mehr Gewinn.
Für ökonomische Grundregeln ist in diesem Konstrukt, dessen Empörungspotential sich wohl nur erfühlen lässt, kein Platz.
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(1)